Die Anfänge des Kautschukzeitalters
Dass heute Abermillionen Produkte von den positiven Eigenschaften des Gummis profitieren, verdanken wir den Entdeckungen der Maya. Schon im 3. Jahrhundert nach Christus haben die mittelamerikanischen Ureinwohner Gummi verwendet – oder jedenfalls eine ursprüngliche Form davon. Den natürlichen Ursprung nimmt das Gummi nämlich in der Milch des Kautschukbaums. Aus der aufgeritzten Rinde gewonnen und getrocknet, entsteht eine klebrige, eben gummartige Masse.
Wie wurde Kautschuk früher verwendet?
Die erste Verwendung fand das Material im Flummi, einem hüpfenden Spielball. Der Aztekenherrscher Montezuma soll sogar ganze Spielhäuser voller Gummibälle besessen haben! Doch bald wurde auch der praktische Nutzen entdeckt: um Stoffe wasserabweisend zu machen, Boote abzudichten oder Vögel auf klebrigen Ästen zu fangen. Übrigens: Sogar Columbus berichtete 1495 von dem Material – erkannte aber das Potenzial nicht.
Der Weg in die Moderne
Erst 1743 kam der Naturforscher Condamine auf die Idee, den Kautschuk nach Europa mitzunehmen. Auf der langen Bootsfahrt wurde dieser jedoch fest und damit unbrauchbar. Die Lösung – oder das Lösungsmittel – machte den Stoff einige Jahrzehnten später auch nach dem Transport formbar Jetzt konnten auch in Europa Gummischuhe, Heissluftballons oder Regenmäntel produziert werden. Doch perfekt war das noch lange nicht. Denn bei sehr kalten oder warmen Temperaturen wurde der Kautschuk entweder brüchig oder klebrig. Das konnte erst durch die Vulkanisation gelöst werden. Charles Goodyear erfand dieses Verfahren, indem er den Kautschuk mit Schwefel erhitzte. Nun war der Stoff geruchsarm, elastischer und bei Wind und Wetter einsetzbar.
So blutig ist der Aufstieg des Gummis
Mit der massenhaften Produktion von Automobilen Anfang des 20. Jahrhunderts stieg auch der Bedarf an Autoreifen. Deren Hauptbestandteil? Gummi! Der Kautschukbaum konnte damals allerdings nur in tropischen Gefilden angebaut werden, besonders in Brasilien oder im Kongo. Im Zuge des Kolonialismus wurden die Anbaugebiete ausgebeutet. Harte Sklavenarbeit oder blutige Kämpfe um Plantagen nahmen mit dem Anstieg der Nachfrage zu. So konnte es nicht weitergehen.
So wurde aus Kautschuk Kunststoff
1909 entwickelte der deutsche Chemiker Fritz Hofmann ein Verfahren, Kautschuk synthetisch herzustellen – früher aus Kohle und Kalk, heute aus Erdöl. Der Begriff „Gummi“ wurde ursprünglich als Synonym für Kautschuk verwendet, heute ist Gummi ein vielseitiger Werkstoff aus der Gruppe der Elastomere. In der modernen Welt ist Gummi ein unentbehrliches Material geworden. Es gibt kaum einen Bereich in der Technik, in dem der flexible Werkstoff Gummi keine Rolle spielen würde. Der manchmal etwas unterschätzte Begriff „Gummi“ umfasst unzählige Qualitäten wie NR (Naturkautschuk), EPDM, NBR, CR (Neopren) etc. Die Gummi-Eigenschaften und Mischungen können auf den jeweiligen Einsatzzweck abgestimmt werden. Die Vibraplast AG verfügt über ein grosses Sortiment an Gummiprodukten wie Gummiformteile, Gummiprofile, Gummidichtungen, Gummiplatten etc. Weitere Informationen finden Sie in unserem Online-Shop www.vibraplast.ch.